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Praktische Tipps für mehr soziales Engagement

14 Möglichkeiten, wie Du Dich ehrenamtlich engagieren kannst

Praktische Tipps für mehr soziales Engagement

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🕐 LESEZEIT ≈ 9 min.

Bäume pflanzen, mit Hunden Gassi gehen, älteren Menschen im Alltag helfen oder Nachhilfe geben: Willst Du etwas Gutes tun und einen sinnvollen Beitrag zur Gesellschaft leisten? Möglichkeiten für soziales Engagement gibt es in allen Bereichen von Umwelt- und Naturschutz über Erste Hilfe bis hin zur Flüchtlingshilfe. In diesem Beitrag stellen wir Dir 14 Ideen für soziales Engagement vor – und warum es sich lohnt, in einem Ehrenamt aktiv zu werden!

Warum es sich lohnt, sich sozial zu engagieren

Ein freiwilliges Engagement umfasst alle Tätigkeiten, die aus eigenem Antrieb und gemeinschaftsbezogen ausgeübt werden, im öffentlichen Raum stattfinden und nicht auf materiellen Gewinn gerichtet sind.¹ Sie reichen von selbstorganisierten und gelegentlichen Tätigkeiten bis hin zu Freiwilligendiensten, die gesetzlich organisiert sind und feste Einsatzzeiten verlangen. Laut Freiwilligensurvey des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) übten in Deutschland 2019 rund 28,8 Millionen der Personen ab 14 Jahren (39,7 Prozent) mindestens eine freiwillige Tätigkeit aus – eine Zahl, die seit 1999 stetig ansteigt.¹ Ob kurz- oder langfristig, in der Freiwilligen Feuerwehr, bei der Tafel oder in Flüchtlingsheimen: Die Bandbreite an freiwilligen Tätigkeiten ist riesig. Genauso wie die Motive für ein freiwilliges soziales Engagement, die der BMFSFJ in einer Umfrage ermittelte:

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  1. Spaß an der gemeinsamen Sache: Zu den Gründen, einer ehrenamtlichen Tätigkeit nachzugehen, gehört die Freude am sozialen Engagement (73 Prozent). Indem man sein eigenes Knowhow einbringt – beispielsweise in der Freiwilligen Feuerwehr, in einer Essensküche oder bei der Nachhilfe – kann man anderen etwas Gutes tun. Gleichzeitig kann man seinen eigenen Horizont erweitern, während man mit Menschen mit anderen kulturellen und sozialen Hintergründen für eine gemeinsame Sache zusammenkommt.
  2. Anderen helfen und Gutes tun: Grundsätzlich geht es bei ehrenamtlichen Tätigkeiten darum, andere Menschen zu unterstützen – ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Viele nennen altruistische Antriebe, also den uneigennützigen Wunsch, anderen zu helfen als Grund für ein Ehrenamt (86 Prozent). Denn entscheidet man sich für ein soziales Engagement, eröffnet man wichtige Möglichkeiten für andere Menschen, für Tiere und für die Natur. Ohne freiwillig ehrenamtlich Helfende wäre es für bestimmte Gruppen oder Anliegen oft aussichtslos.
  3. Qualifikationen erwerben: Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein zeigen, offen, team- und konfliktfähig sein – all diese Eigenschaften fordern ehrenamtliche Tätigkeiten, während man sich mit anderen Menschen für eine gemeinsame Sache einsetzt. Gleichzeitig sind diese Eigenschaften auch in der Arbeitswelt gefragt, da Arbeitgebende in ihnen Schlüsselkompetenzen für das Berufsleben erkennen. Aus diesem Grund bemühen sich viele in ihrer Schul- und Studienzeit um ein soziales Engagement. Nichtsdestotrotz sollte nicht das Aufbessern des Lebenslaufs im Fokus stehen, sondern das wirkliche Interesse, etwas Gutes zu tun!

14 Ideen für soziales Engagement

Viele humanitäre, ökologische oder tierschutzrechtliche Projekte sind auf freiwillige Hilfe angewiesen, da sie sich selbst nur mit staatlichen Geldern oder Spenden finanzieren. Deshalb gibt es viele Möglichkeiten, sich für einen guten Zweck einzusetzen. Wir stellen Dir 14 Ideen für soziales Engagement vor – inklusive erster Anlaufstellen.

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1. Blut spenden: Täglich werden in Deutschland ca. 15.000 Blutspenden benötigt – allerdings spenden nur 2 bis 3 Prozent der Deutschen regelmäßig Blut.² Doch nur eine Spende, bei der etwa 500 Milligramm Blut entnommen werden, kann bis zu drei Menschen retten, die auf Transfusionen von Blutpräparaten angewiesen sind. Blut und Plasma spenden kannst Du in Unikliniken und Krankenhäusern, beim Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) oder bei kommunalen und privaten Blutspendezentren. Besonders gefragt sind übrigens die seltene Blutgruppe AB negativ und die Universal-Blutgruppe O negativ. Auf blutspenden.de kannst Du Dir alle Spendezentren in Deiner Nähe auf einer Karte anzeigen lassen.

2. Im Natur- und Umweltschutz aktiv sein: Will man mehr tun, als im Alltag auf ein ökologisches, nachhaltiges Verhalten zu achten, kann man freiwillige und uneigennützige Arbeit für die Natur und Umwelt leisten. Beispielsweise beim Naturschutzbund (NABU) helfen jährlich 40.000 Ehrenamtliche Krötenzäune zu errichten, neugeborene Jungstörche zu zählen oder Früchte von Streuobstwiesen zu ernten. Andere Anlaufstellen sind die Stiftung euronatur, Organisationen wie WWF oder Greenpeace, BUND oder Naturschutzvereine in der Region.

3. Besuchsdienste leisten: Oft benötigen ältere oder behinderte, oft alleinstehende Menschen Unterstützung im Alltag, beispielsweise als Begleitung bei Arztbesuchen oder Behördengängen, beim Putzen oder beim Einkaufen. Nicht selten geht es aber auch nur darum, ihnen Gesellschaft zu leisten. Um ehrenamtliche Besuchsdienste zu übernehmen, kannst Du dich an das Deutsche Rote Kreuz, regionale Jugend- und Altenhilfevereine oder die Senioreneinrichtungen selbst wenden.

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4. Geld spenden: 2020 wurden in Deutschland rund 5,4 Milliarden Euro gespendet. Die meisten Spenden kommen der humanitären Hilfe, insbesondere der Not- und Katastrophenhilfe zu. Aber auch die Kinder- und Jugendhilfe oder der Umwelt-, Natur- oder Tierschutz erhalten regelmäßig Spenden.³ Allerdings sinkt die Spendenquote seit 1999 – sicherlich auch, weil man sich oft unsicher ist, welcher der vielen Hilfsorganisationen man sein Geld überlassen sollte. Willst Du Geld spenden, bist Dir aber unsicher, hilft unter anderem die DZI Spendenberatung.

5. Mit Sachspenden helfen: Willst Du kein Geld spenden, kannst Du bei Naturkatastrophen und Krisen auch mit Sachspenden helfen. Allerdings stellt man sich oft die Frage, wie Kleidung, Möbel, Hausrat oder Kinderspielzeug bei Bedürftigen ankommen. Am besten ist es, direkt bei Kleiderkammern von DRK, Caritas und Diakonie, Kirchenverbänden, Bahnhofsmissionen oder Notunterkünften nachzufragen, ob und welche Sachspenden gesucht werden. Wirfst Du Kleider in Altkleidercontainer von karitativen Einrichtungen wie Caritas oder Diakonie solltest Du wissen, dass diese in der Regel wieder verkauft und für Einnahmen sorgen, die zur Organisation von sozialen Projekten wie Suppenküchen oder Besuchsdiensten genutzt werden.

6. Etwas zur Flüchtlingshilfe beitragen: Auch wer in der Flüchtlingshilfe aktiv werden will, hat einige Möglichkeiten. Unter anderem als Alltagsbegleiter*in kann man Geflüchteten bei Behördengängen unterstützen, bei der Kinderbetreuung helfen oder Nachhilfe beim Deutschlernen anbieten. Oft hilft auch die Organisation von Haushalts- und Einrichtungsgegenständen, Kleidung oder Fahrrädern. Unter anderem auf der Website der Caritas gibt es weitere Tipps für freiwillige Flüchtlingshelfer*innen. 

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7. Nachhilfe geben: Bereits eine Stunde pro Woche Nachhilfe kann Kindern und Jugendlichen mit Förderbedarf helfen. Beispielsweise organisiert der Verein Studenten bilden Schüler Nachhilfeunterricht zwischen ehrenamtlichen Studierenden und finanziell benachteiligten Kindern. Darüber hinaus kannst Du Dich auch bei der Caritas, bei den Johannitern oder beim DRK informieren oder nach Stellenausschreibungen Ausschau halten, die nach ehrenamtlichen Nachhilfelehrer*innen suchen.

8. Um Kinderbetreuung kümmern: Zur Entlastung im Alltag, zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder um alle nötigen Termine und Besorgungen erledigen zu können, brauchen viele Eltern Unterstützung – können sie sich oft aber nicht leisten. Willst Du in der Kinderbetreuung helfen, gibt es beispielsweise die DRK-Babysittervermittlung, die zertifizierte Babysittende ausbilden und weitervermitteln. Außerdem gibt es klassische Schwarze Bretter und Plattformen wie Yoopies oder betreut.de. Geflüchtete Familien erreichst Du am besten, wenn Du nach Hilfsangeboten in Deiner Nähe recherchierst.

9. Telefonseelsorge leisten: Auch in der Telefonseelsorge, die sich als Anlaufstelle für Menschen in einer schwierigen Lebenslage versteht, arbeiten viele Ehrenamtliche. Doch, um sich ehrenamtlich zu engagieren, braucht man nicht nur ein offenes Ohr, sondern auch eine fundierte Ausbildung. Nach der Ausbildung, die ebenso wie die Telefonseelsorge selbst von der Evangelischen und Katholischen Kirche getragen wird, verpflichtet man sich ca. 15 Stunden im Monat telefonisch, per Mail oder per Chat zu helfen. Auf der Website der Telefonseelsorge erfährst Du alles über die Bewerbung und kannst in einem Selbsttest herausfinden, ob Du Dich für dieses Ehrenamt eignest.

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10. Im Tierheim aushelfen: Im Tierheim ist Hilfe immer gern gesehen – und das nicht nur in Form von Geld- oder Sachspenden. So gut wie alle Einrichtungen freuen sich über ehrenamtliche Hunde- und Katzenliebhaber*innen, die sich mit den Tieren beschäftigen. Doch geht es nicht nur um Streicheln und Gassi gehen: Auch bei der täglichen Arbeit – beim Reinigen und Reparieren der Tierbereiche oder bei der Pflege der Grünflächen – werden helfende Hände benötigt! Am besten fragst Du beim Tierheim Deiner Wahl nach, ob und wie Du sie unterstützen kannst.

11. Bei der Tafel helfen: In Deutschland gibt es mehr als 950 gemeinnützigen Tafeln, die gesammelte überschüssige Lebensmittel an Menschen in Not verteilen. Als durch Spenden finanzierter Verband ist die Tafel selbst auf Unterstützung angewiesen und sucht immer wieder helfende Hände. Am besten nimmst Du direkt Kontakt mit Deiner örtlichen Tafel auf, um herauszufinden, in welchen Bereichen Du sie unterstützen kannst.

12. Patenschaften übernehmen: Patenschaftsprojekte gibt es viele – von Leihgroßeltern, Lese- und Familienpatenschaften über Schüler-, Ausbildungs- und Jobpatenprojekte bis hin zu Kinderpatenschaften und Patenschaften für Geflüchtete. Grundsätzlich geht es um lebenspraktische Hilfe für Kinder und Jugendliche, junge Eltern und ältere Menschen oder Geflüchtete. Um eine Patenschaft zu übernehmen, sind karitative Einrichtungen, die Kindernothilfe oder ortsbezogene Projekte wie das Netzwerk Gesunde Kinder die besten Anlaufstellen.

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13. Bei der Lebensrettung mitmachen: Wer Menschen in Not helfen will, kann sich bei der Feuerwehr, der Wasserwacht, der Bergrettung oder im Rettungs- und Sanitätsdienst ehrenamtlich engagieren. Unter anderem das Deutsche Rote Kreuz oder die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. bieten Ausbildungen an, die diese Ehrenämter ermöglichen. Auf den entsprechenden Webseiten des DRK und des DLRG erhält man ausführliche Informationen über Engagementmöglichkeiten, die in der Region möglich sind.

14. Als Volunteer im Ausland helfen: Bäume in Tansania pflanzen, Englisch unterrichten in Afrika oder beim Tierschutz in Australien und Neuseeland helfen: Auch im Ausland gibt es viele Möglichkeiten für Freiwilligenarbeit, die als Auslandserfahrung verbucht werden können und deshalb, nicht zuletzt nach der Schule oder während des Studiums immer beliebter werden. Auf Plattformen wie freiwilligenarbeit.de oder volunteerworld.com kann man sich über aktuelle Projekte informieren und sich bewerben!

Das passende Ehrenamt finden: Hilfreiche Tipps, Websites und Apps

Blut spenden, Geflüchteten Nachhilfe geben oder bei der Freiwilligen Feuerwehr mit anpacken: Die Liste an Möglichkeiten, sich sozial zu engagieren, ist längst nicht vollständig, denn es gibt noch viele weitere Bereiche, in denen helfende Hände gebraucht werden. Doch bevor man etwas Gutes tun kann, stellt sich die Frage: Wo wird meine Hilfe wirklich gebraucht und welches Ehrenamt passt eigentlich zu mir? Wir haben fünf Tipps und hilfreiche Websites und Apps, mit denen Du das passende soziale Engagement für Dich findest:

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  • Was Dir besonders am Herzen liegt: Von Umwelt- und Naturschutz bis zu Flüchtlings- oder Katastrophenhilfe gibt es unzählige Möglichkeiten, sich sozial zu engagieren. Deshalb solltest Du zunächst herausfinden, welches Anliegen Dir besonders am Herzen liegt.
  • Was Du gut kannst: Hast Du besondere Fähigkeiten und Kenntnisse, mit denen Du gemeinnützige Organisationen und Vereine unterstützen kannst, kann Dir auch das bei der Entscheidung für ein Ehrenamt helfen. Freiwilligenagenturen wie die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen e.V. helfen, passende Projekte, Initiativen oder Organisationen zu finden, bei denen man sich sinnvoll einbringen kann.
  • Wie viel Zeit Du hast: Grundsätzlich entscheidet man selbst, wie viel Zeit man für ein Ehrenamt aufbringen kann – beispielsweise, wenn man als Nachhilfelehrer*in oder als Babysitter*in aushilft. Bei anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten sind Einsätze ein- bis zweimal, vier bis acht Stunden pro Woche. Wenn Du Dich für ein soziales Engagement entscheidest, solltest Du sicher sein, genug Zeit zur Verfügung zu haben!
  • Wo Do wohnst: Auch Dein Wohnort kann Dir helfen, ein für Dich passendes Ehrenamt zu finden. Oft ist es sogar am einfachsten, sich zunächst in der Region nach Möglichkeiten umzusehen – beispielsweise bei lokalen Vereinen und Ortsverbänden, Pflegeeinrichtungen oder Tierheimen.
  • Was Du recherchiert hast: Zu guter Letzt kann Dir eine Recherche im Netz helfen: Hilfestellung leisten Wohlfahrtsverbände wie Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Deutscher Caritasverband (DCV) oder das Deutsche Rote Kreuz (DRK), Apps wie betterplace und Let's Act oder Plattformen wie Vostel und ehrenamtssuche.de.

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Quellen:

¹ Deutsches Zentrum für Altersfragen (DZA), Freiwilliges Engagement in Deutschland, Der Deutsche Freiwilligensurvey 2019, aufgerufen am 02.08.2021.

² BZgA, Blut- und Plasmaspende, aufgerufen am 03.08.2021.

³ Deutscher Spendenrat e.V., Bilanz des Helfens 2021, aufgerufen am 04.08.2021.

Bilder von Halfpoint und David Tadevosian via Shutterstock sowie Mei-Ling Mirow via Unsplash.